Wir haben uns ganz klar gegen ein Barfen entschieden. Aus verschiedenen Gründen. Klar ist: es ist eine Grundsatzdiskussion ob man barft oder Hundefutter-Produkte verfüttert und die ist zumeist abhängig von der persönlichen Einstellung. Aber wenn man Hundefutter verfüttern will, dann möchte man zumindest das Richtige. Wir füttern Trockenfutter und haben viele Mythen darüber gelesen.

Was bedeutet eigentlich die Angabe "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" in den Inhaltsangaben von Trockenfutter? Im Endeffekt kann es fast alles heißen: Krallen, Schnäbel, Augen, Fell, Federn, Innereien und vieles mehr. Oder doch nicht? Ist alles nur Panikmache? Manch einer sagt, dass das ein Mythos ist. Wir haben ein bisschen recherchiert.

 

Schnäbel und Hufe im Hundefutter? Die Firma XXY erwähnt das in keiner Weise. Auf die Frage nach tierischen Nebenerzeugnisse antwortet die Firma auf ihrer Homepage:

„Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ ist eine sogenannte Gruppenbezeichnung gemäß Futtermittelrecht, unter der tierische Rohstoffe in der Deklaration zusammengefasst werden. Es kann sich dabei um ganz unterschiedliche Nebenprodukte der Schlachtung handeln, wie z.B. Leber, Niere, Herz, Lunge, Teile des Verdauungstraktes oder Harnblase und Euter etc. Je nach Kulturkreis mag es befremdlich erscheinen, sich diese Produkte als Lebensmittel vorzustellen, für Hunde und Katzen sind sie jedoch äußerst schmackhaft und von hohem Nährwert."

Und auch die Firma ZZX will mit dem Mythos aufräumen, dass hier gegebenenfalls auch Krallen und Schnäbel zum Beispiel verarbeitet werden. Sie schreibt:

Bei dem Begriff „Tierische Nebenerzeugnisse“ handelt es sich um Innereien wie Herz, Leber, Lunge, Pansen, Magen oder Nieren von Schlachttieren. Jedes Fleisch, das wir für Pedigree® verwenden, stammt von Tieren, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind, aber in der heutigen menschlichen Ernährungsgewohnheit nicht mehr genutzt werden.

Ist also gar nichts drann, dass Krallen und Schnäbel mit verarbeitet werden? Zumindest ZZX beruft sich hierbei auf die Verordnung der EG Nr. 1774/2002 in der eindeutig festgelegt ist was tierische Nebenerzeugnisse sind. An die müssen sich, so ZZX, alle Hersteller halten. Wir wollen gar nicht bewerten was nun tatsächlich bei ZZX oder XXY drinn ist. Aber wenn wir uns die Verordnung durchlesen finden wir nichts von Herz, Leber, Lunge und Co. sondern dort steht:

Im Sinne dieser Verordnung bezeichnet der Ausdruck „tierische Nebenprodukte“ ganze Tierkörper, Tierkörperteile oder Erzeugnisse tierischen Ursprungs gemäß den Artikeln 4, 5 und 6, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, einschließlich Eizellen, Embryonen und Samen;

Es folgen einige Paragraphen und viele Seiten die alle tierische Nebenprodukte aufschlüsseln und wiederrum in Kategorien unterteilen. Es ist mühsam sich durch diese Rechtsverordnung zu kämpfen. Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz versucht Bürgerinnen und Bürger zu beruhigen: "Material der Kategorien 1 und 2 darf nicht zu Heimtierfuttermitteln verarbeitet werden. Die Nebenprodukte, die als Rohstoff für Heimtierfutter verwendet werden dürfen, werden in Kategorie 3 aufgelistet."

Dann schauen wir uns mal die Kategorie 3 an. Diese finden wir in der oben genannten Verordnung unter Artikel 6 und dort steht:

Material der Kategorie 3 umfasst folgende tierische Nebenprodukte und jedes diese Produkte enthaltende Material:

a) Schlachtkörperteile, die nach dem Gemeinschaftsrecht genusstauglich sind, die jedoch aus kommerziellen Gründen nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind;

b) Schlachtkörperteile, die als genussuntauglich abgelehnt werden, die jedoch keine Anzeichen einer auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheit zeigen und die von Schlachtkörpern stammen, die nach dem Gemeinschaftsrecht genusstauglich sind;

c) Häute, Hufe und Hörner, Schweineborsten und Federn von Tieren, die nach einer Schlachttieruntersuchung, aufgrund deren sie nach dem Gemeinschaftsrecht für die Schlachtung zum menschlichen Verzehr geeignet sind, in einem Schlachthof geschlachtet werden;

d) Blut von anderen Tieren als Wiederkäuern, die nach einer Schlachttieruntersuchung, aufgrund deren sie nach dem Gemeinschaftsrecht für die Schlachtung zum menschlichen Verzehr geeignet sind, in einem Schlachthof geschlachtet werden;

e) tierische Nebenprodukte, die bei der Gewinnung von für den menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen angefallen sind, einschließlich entfetteter Knochen und Grieben;

f) ehemalige Lebensmittel tierischen Ursprungs oder Erzeugnisse tierischen Ursprungs enthaltende ehemalige Lebensmittel, außer Küchen- und Speiseabfällen, die aus kommerziellen Gründen oder aufgrund von Herstellungsproblemen oder Verpackungsmängeln oder sonstigen Mängeln, die weder für den Menschen noch für Tiere
ein Gesundheitsrisiko darstellen, nicht mehr für den menschlichen Verzehr bestimmt sind;

g) Rohmilch von Tieren, die keine klinischen Anzeichen einer über dieses Erzeugnis auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheit zeigen;

h) Fische oder andere Meerestiere, ausgenommen Meeressäugetiere, die auf offener See für die Fischmehlherstellung gefangen wurden;

i) bei der Verarbeitung von Fisch anfallende frische Nebenprodukte aus Betrieben, die Fischerzeugnisse für den menschlichen Verzehr herstellen;

j) Schalen, Brütereinebenprodukte und Knickeiernebenprodukte von Tieren, die keine klinischen Anzeichen einer über diese Erzeugnisse auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheit zeigten;

k) Blut, Häute, Hufe, Federn, Wolle, Hörner, Haare und Pelze von Tieren, die keine klinischen Anzeichen einer über diese Erzeugnisse auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheit zeigten, und

l) andere Küchen- und Speiseabfälle als die in Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe e) genannten.

Tierische Nebenerzeugnisse kategorisch abzulehnen ist Unsinn doch die Kritik bleibt. Krallen oder Schnäbel sind von einem Hund ernährungsphysiologisch einfach in keiner Weise verwertbar. Interessant deshalb, dass zum Beispiel ZZX sich auf eine Verordnung und deren strikte Einhaltung beruft aber dort genau die in der Kritik sich befindlichen Inhaltsstoffe aufgeführt sind.

Unser Fazit: Das Schnäbel, Hufe und Co. im Tierfutter verarbeitet werden darf ist definitiv kein Mythos.

Bei einigen Trockenfutter-Herstellern wie zum Beispiel WOLFSBLUT finden wir keine Begriffe wie "tierische Nebenerzeugnisse- oder Nebenprodukte" und auch bei unserem eigenen Futterhersteller- und Lieferanten Michael Tetzner und seiner Firma ICEPAW finden wir keine derartigen Angaben. Gerade mit Michael Tetzner hatten wir darüber intensive Gespräche, weil wir ganz klar wissen wollen was wir verfüttern.

Wir wollen einfach sicher sein, dass wir keine Schnäbel oder Ähnliches verfüttern. Vor allem dann nicht wenn wir nicht wissen in welchem Verhältnis derartige Nebenprodukte im jeweiligen Futter ist. Denn Verordnung hin oder her, über die Zusammensetzung von tierischen Nebenprodukten steht dort nichts. Auch 100 Prozent fein gemahlene Schnäbel sind nun mal tierisches Nebenprodukt. Zweitens wollen wir hormon- und antibiotikafreies Futter. Ein weiterer wichtiger Punkt für uns. Und Drittens wollen wir keine künstlichen Geschmacksverstärker.

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